A fucking privilege: Coldplay in Köln!
Montag, 19. Dezember 2011 13:00
Am 15. Dezember schauten Coldplay zur Freude von uns Fans in der Lanxess Arena Köln vorbei. Aber wir waren nicht die einzigen, die sich freuten: “Germany is so beautiful in December”, schwärmte ein schweißtropfender Chris Martin nach einigen Liedern, “it’s a fucking privilege to come here and play for you.”
Also eine win-win situation! Das war dem Publikum allerspätestens zu Konzertbeginn klar. Die mysteriösen Xylobands, die am Eingang verteilt und ums Handgelenk gebunden wurden, offenbarten ihren Zweck gleich zu Beginn, als die vier englischen Superstars im Dunkeln die Bühne betraten: Zum ersten Akkord leuchteteten – per Funk gesteuert – alle Bänder (über 16.000 Stück) in der Arena auf und die ersten Schlachtenbummler jubelten sich ins Delirium.
Die Ekstase kannte also bereits zu Beginn des ersten Songs “Hurts Like Heaven” keine Grenzen – und ließ auch in den folgenden 90 Minuten nicht nach. Beim zweiten Song (“Yellow”) fielen riesige, bunte, konfettigefüllte Ballons von der Decke. Beim dritten Song (“In My Place”) wurde der Arenaboden fingerdick mit bunt wirbelndem Konfetti bedeckt.
Über die Hälfte der Setlist setzten Coldplay aus ihren neusten beiden Alben Mylo Xyloto und Viva La Vida zusammen, aber auch Klassiker durften nicht fehlen! Sei es “Shiver” in einer überwältigend simplen und schönen Darbietung auf einer kleinen Sonderbühne oder “God Put A Smile Upon Your Face” in einer im wahrsten Sinne des Wortes aufgemotzten Hardrock-Version, an deren Ende der hyperaktive Souverän Chris Martin seine E-Gitarre meterweit durch die Luft schleuderte und die Band den Aufprall des Saiteninstruments mit einem krachenden Schlussakkord bedachte.
Von Highlights zu sprechen ist bei einem Coldplay-Konzert leicht verfehlt – besteht die anderthalbstündige Meistershow doch ausschließlich aus Höhepunkten: Traditionellen, obligatorischen (“The Scientist”, “Fix You”), sowie neuen (“Viva la Vida”, “Paradise”), die nie mehr fehlen dürfen.
Nach einer unheimlich lauten, beeindruckend energiereichen und bewundernswert erstklassigen Show, in der aber auch leise Töne nicht zu kurz kamen (“Us Against The World”, “White Christmas”), müssen nun einige Kritiker und Experten ihr Bild von Coldplay etwas überdenken:
Rockig und schweißtreibend wie nie mit “phätten” Beats und Spotlight-Gitarrensolos zerhacken die Ausnahmemusiker mehr und mehr das Bild vom Stadionkuschelrock mit feinen Melodien, der bisher ihr Treiben dominiert hatte. Nicht, weil sie das nicht mehr können (sie beherrschen es immer noch so gut wie vielleicht keine andere Band der Welt) – sondern weil sie mittlerweile viel mehr als das können!
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